Tresor wählen

Jede Tresor-App sagt, sie sei verschlüsselt

Das Wort allein trägt fast nichts. Verschlüsselt wo, mit welchem Schlüssel, und wer hat noch eine Kopie davon — das sind die Fragen, und ein Store-Eintrag beantwortet selten eine davon.

Unten stehen acht Dinge, die sich zu prüfen lohnen, bevor Sie Ihre Fotos in irgendeine Tresor-App legen — jeweils mit einem Weg, das selbst nachzusehen, statt jemandem zu glauben. Finns eigene Antworten stehen auch dabei, deutlich markiert, damit Sie diese Seite am selben Maßstab messen können.

Acht Fragen

  1. Braucht die App ein Konto?

    Ein Konto ist eine Identität. E-Mail-Adresse oder Telefonnummer binden den Tresor an eine Person, legen einen Datensatz auf einem fremden Server an und geben einem Support-Team etwas zum Zurücksetzen. Jedes davon ist ein Weg hinein, der mit Ihrer PIN nichts zu tun hat.

    So prüfen Sie dasInstallieren und den ersten Bildschirm ansehen. Wird eine Anmeldung verlangt, bevor überhaupt etwas zu sehen ist, lautet die Antwort ja.
    FinnKein Konto, keine E-Mail-Adresse, keine Telefonnummer. Der erste Bildschirm fragt nach einer PIN, und sechs beliebige Ziffern legen einen Tresor an.
  2. Wo wird verschlüsselt?

    Auf Ihrem Gerät oder auf dem Server nach dem Hochladen? Im zweiten Fall hatte der Betreiber Ihre Daten mindestens einmal im Klartext, und „verschlüsselt gespeichert“ beschreibt dessen Festplatte, nicht Ihre Privatsphäre.

    So prüfen Sie dasSuchen Sie in der Datenschutzerklärung nach „auf Ihrem Gerät“ oder „Ende-zu-Ende“ — nicht auf der Werbeseite. Schwammige Formulierungen sind hier meistens Absicht.
    FinnJede Datei wird mit AES-256-GCM auf dem Handy verschlüsselt, bevor sie irgendwo sonst existiert. Der Schlüssel jeder Datei ist selbst mit einem Schlüssel verschlüsselt, der per Argon2id aus Ihrer PIN abgeleitet wird.
  3. Was passiert, wenn Sie die PIN vergessen?

    Das ist die schärfste Frage auf dieser Liste. Kann die App Ihnen einen Link zum Zurücksetzen schicken, kann die App auch Ihren Tresor öffnen — und jeder, der diesen Weg übernimmt, ebenfalls.

    So prüfen Sie dasGibt es einen „PIN vergessen?“-Link? Funktioniert er per E-Mail, ist Ihr Tresor nur so privat wie Ihr Postfach.
    FinnWiederherstellungscodes, einmalig beim Anlegen des Tresors. Ohne PIN und ohne Codes geht er nicht auf, auch nicht für uns. Schreiben Sie sie auf.
  4. Was steht im Datenschutz-Label?

    Das Label auf der App-Store-Seite ist eine Erklärung, für die der Entwickler geradesteht. Das macht es verlässlicher als alles, was auf seiner Website steht.

    So prüfen Sie dasApp-Store-Eintrag öffnen und zu „App-Datenschutz“ scrollen. Achten Sie auf Kennungen, Nutzungsdaten und alles unter „Zum Tracking verwendet“.
    FinnVier Typen: Fotos und Videos, sonstige Benutzerinhalte, Benutzer-ID, Einkaufsverlauf. Jeweils für App-Funktionalität, mit der Identität verknüpft, nichts fürs Tracking.
  5. Gibt es einen Schein-Tresor, und kostet er extra?

    Ein Schein-Tresor zählt in genau der Lage, für die es solche Apps überhaupt gibt: Jemand steht neben Ihnen und verlangt, dass Sie das Handy entsperren. Das hinter einen Kauf zu stellen, ist eine merkwürdige Entscheidung.

    So prüfen Sie dasIm Eintrag nach „Schein-Tresor“, „Decoy“ oder „zweite PIN“ suchen und dann sehen, ob es auf der Bezahlstufe liegt.
    FinnEine zweite PIN öffnet einen getrennten, unauffälligen Tresor. Kostenlos auf jedem Konto. Keine Funktion in Finn steckt hinter dem Abo — nur die Menge.
  6. Was passiert, wenn Sie aufhören zu zahlen?

    Fragen Sie das vor dem Abschluss, denn die Antworten gehen weiter auseinander, als man erwartet. Ein ausgelaufenes Abo darf nichts löschen, verstecken oder sperren.

    So prüfen Sie dasAuf den Support-Seiten nach „kündigen“ oder „abgelaufen“ suchen. Sagt niemand klar, was mit den Dateien passiert, gehen Sie von der schlechtesten Antwort aus.
    FinnNichts wird gelöscht oder versteckt. Ein ausgelaufenes Konto kann weiterhin alles ansehen, exportieren, teilen und löschen. Es verliert nur das Hinzufügen, bis es wieder unter der kostenlosen Grenze liegt.
  7. Stecken Analyse- oder Werbe-SDKs drin?

    Ein Tresor, der Ihr Verhalten an Dritte meldet, hat seine eigene Grundlage untergraben — auch wenn die Fotos selbst nie das Gerät verlassen.

    So prüfen Sie dasWieder das Datenschutz-Label, dazu die Liste der Dritten in der Erklärung. Auf „wir geben ggf. an Partner weiter“ achten.
    FinnKeine Analyse, keine Nutzungsstatistik, keine Werbe-IDs, keine Tracker von Dritten.
  8. Nennt die App auch, was sie nicht kann?

    Sicherheitswerbung belohnt absolute Aussagen. Eine App, die ihre eigenen Grenzen benennt, sagt damit etwas darüber, wie ihre übrigen Aussagen zustande gekommen sind.

    So prüfen Sie dasSuchen Sie einen Satz in der Erklärung, der eine Aussage einschränkt statt sie aufzublasen. Die meisten Apps haben keinen.
    FinnDer Abschnitt unten ist unserer.

Was Finn nicht tut

An der achten Frage gemessen, an derselben Stelle wie alles andere:

  • Wir behaupten kein Zero-Knowledge. Ihre Dateien werden auf Ihrem Gerät verschlüsselt und wir halten Chiffrat, aber die stärkere Eigenschaft behaupten wir nicht — und bei Apps, die das beiläufig tun, sollten Sie skeptisch werden.
  • Wir halten verschlüsselte Kopien Ihrer Medien in unserem Objektspeicher. Die erste Zeile der Tabelle in der Datenschutzerklärung sagt das, samt der Form, in der das geschieht. Klartext erreicht uns nie.
  • Löschen ist kryptografisch, nicht physisch. Werden die Schlüssel einer Datei zerstört, ist sie dauerhaft unlesbar. Überschreiben auf Flash-Speicher löscht nicht zuverlässig, also behaupten wir das auch nicht.
  • Der Browser ist ein Browser. Er blockt Werbung und Tracker auf dem Gerät und behält weder Cookies noch Cache, aber er kann eine besuchte Website nicht privat machen — das kann nichts.
  • Ein Tresor schützt kein entsperrtes Handy in fremder Hand. Dafür ist die Schein-PIN da, und die ist eine Milderung, keine Garantie.

Wenn Sie es ausprobieren wollen

Finn ist bis 100 Objekte dauerhaft kostenlos — kein Testzeitraum. Kein Konto, keine E-Mail-Adresse, nichts zu kündigen, wenn Sie aufhören.

Zuletzt geprüft am 15. September 2026. Diese Seite beschreibt, worauf man bei jeder Tresor-App achten sollte und was Finn tut. Sie bewertet bewusst keine namentlich genannten Konkurrenten: Solche Angaben ändern sich mit jedem Update, und eine solche Tabelle ist einen Monat nach dem Schreiben falsch.